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lilithjoy lilithjoy ist weiblich
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Legolas, mellon nîn- Windliebe Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

„Es gibt ELBEN?!“ „Natürlich“, sagte Ben, als sei es völlig selbstverständlich. „Wo leben sie denn?“ „Gar nicht weit von hier...aber weit entfernt von den Menschen. Die Elben waren erst eine Geschichte, dann eine Legende und dann ein Mythos. Sie sind von den Menschen fast ausgerottet worden.“ „Das ist ja unglaublich. Ich möchte sie sehen.“ „Wenn du möchtest. Sie sprechen aber eine eigene Sprache. Und haben einen eigenen König.“ Seamera nickte. So hatte sie es sich auch vorgestellt. Trotzdem bestand sie darauf, die Elben zu besuchen. Ihr Vater war nicht damit einverstanden. „Elben sind komisches Volk. Sie sind anders.“ „Aber sie leben doch im Meer. Und das hast du erlaubt.“ „Ihr König hat mit mir verhandelt. Aber ein tolles Verhältnis habe ich nicht zu den Elben“ „Ich weiß, wieso. Weil sie dich nicht als König akzeptiert haben!“ „Da magst du Recht haben. Sie haben einfach nicht genug Respekt vor uns.“ „Elben sind eben unabhängig. Ich werde sie besuchen.“ Poseidon zuckte mit den Schultern. „Wie du willst.“
Seamera wollte den Elben Geschenke mitbringen. Doch sie wusste nicht, über was sie sich freuen würden. Sie fragte Jaiq. „Jaiq, wo wohnen die Elben eigentlich? In einem Schloss?“ „Nein. Die Elben leben in einem großen Wald. Er ist durch eine Nebelwand vor Wasser geschützt. Sie haben einmal gesagt, sie bräuchten die Bäume und die Pflanzen. Ihr Land ist riesig! Aber Menschen können es nicht sehen, und auch ansonsten kommt niemand herein, ohne das es bemerkt wird. Ich weiß nicht, wie viele Elben es noch gibt, aber es werden nicht mehr als ein paar hundert sein. Elben sind unsterblich.“ „Das ist ja interessant! Und was weißt du sonst noch von ihnen?“ „Ich weiß, dass sie alle unheimlich schön sind. Sie sind anmutig und elegant wie Katzen und können hervorragend mit einem Bogen umgehen. Sie haben Respekt vor allen Lebewesen. Und sie sprechen eine eigene Sprache namens Sindarin! Außerdem sollen sie gastfreundlich sein, wenn nicht gerade ein Mensch Einlass verlangt.“ „Und was soll ich ihnen schenken?“ „Du kannst doch nicht allen etwas geben...“ „Aber dem König und seiner Gattin, als guten Willen!“ „Schau mal in unser Museum...so nennen wir e. Dort sind die Dinge unserer Vorfahren...wenn das Geschenk wirklich phänomenal sein soll.“ „Das soll es. Ich werde sofort gehen.“ Seamera stieg in den Keller hinunter. Sie fand das „Museum“ leicht. Sie schloss die Tür auf und wurde von einer Wolke Staub erfasst. Sie schaute sich um.
Einige Minuten später wühlte sie in einer Waffenkiste und zog schließlich einen großen Bogen heraus. Er war schwarz und glänzend und sehr kräftig. Seine Sehne schien aus purem Gold zu sein. Vorsichtig strich Seamera an ihr entlang. Sie fühlte sich an wie Seide. Vorsichtig versuchte sie den Bogen zu spannen, doch es war zu schwer für sie. Sie wischte den Bogen zärtlich mit einem weichen Lappen ab und wickelte ihn in Seidenpapier ein. Glücklich stieg sie wieder die Treppe hinaus. Alle fanden das Geschenk wunderbar. Seamera wollte so schnell wie möglich aufbrechen und zog sich erst einmal um. „Ich will doch einen guten Eindruck machen“, sagte sie zu Ben. Der grinste. „Pass gut auf dich auf. Soll ich wirklich nicht mitkommen?“ „Nein, ich möchte allein gehen.“ Ben nickte.
Die Reise zu den Elbenwäldern dauerte lange. Die Wälder lagen im Atlantik und waren 5000 Meter unter Wasser. Von weitem sah Seamera einen purpurroten Nebel, durch den man nicht hindurchsehen konnte. Sie schwamm geradewegs darauf zu. Sie sah eine kleine Luke und schlüpfte hindurch. Plötzlich fand sie sich auf einer langen, weißen, geschwungenen Treppe wieder. So weit das Auge reichte, konnte sie im Horizont Wälder sehen. Langsam stieg sie herunter. Der Boden war weich, nachgiebig. Überall gab es Pflanzen, die sie noch nie gesehen hatte. „Wer seid ihr?“, fragte plötzlich jemand hinter ihr. Seamera erschrak und drehte sich um. „Ich habe euch gar nicht gehört! Verzeihung. Ich heiße Seamera und bin die Königin des Meeresreiches.“ „Ihr seid also Poseidons Tochter? Wir wussten, ihr würdet kommen.“
Der Elb hatte lange braune Haare, smaragdgrüne Augen und ein schönes Gesicht. Seamera fielen seine spitzen Ohren auf. „Ich werde euch jetzt zum König bringen.“ „Ich danke euch.“ Der Elb wies sie an, ihm zu folgen. „Kommt nicht vom Weg ab. Nicht bevor ihr nicht begrüßt worden seid.“ Seamera verstand diese Logik zwar nicht, aber sie folgte bereitwillig. Sie wurde in eine große Laube aus Blättern geführt. Dort sah Seamera den König. Neben ihm stand seine Frau. Sie waren beide von unbeschreiblicher Schönheit. Die Königin und der König waren beide blond. Sie trugen wunderschöne, königliche Kleider und jeweils eine Krone. „Mae govannen, Seamera. Wir wussten, dass ihr kommen würdet.“ „Ja? Ich freu mich, hier zu sein, Hoheit und ich hoffe, dass ich hier willkommen bin.“ „Selbstverständlich seid ihr willkommen. Wir freuen uns, dass ihr unsere Lande besucht.“ „Das ist sehr freundlich und ich bin wirklich erleichtert. Ich habe ein Geschenk für euch.“ Sie überreichte vorsichtig den Bogen. Der wunderschöne Elbenkönig nahm ihn zärtlich in die Hand. Er spannte ihn. „Der ist wunderschön, Seamera.“ Sie wurde rot, als er sie anschaute. „Ihr könnt gerne solange in unseren Wäldern bleiben, wie ihr möchtet.“ „Das ist sehr nett.“ Der König und die Königin verließen die Halle und Seamera schaute sich um. Sie sah ausnahmslos schöne Elbengesichter, weibliche und männliche. Sie nickte ihnen freundlich zu und verließ die halle ebenfalls in Richtung Wald. Die Pflanzen, die es hier gab, waren wunderschön. Seamera wanderte in den tiefen Wald hinein. Die Vögel zwitscherten und auf diesem Wald lag etwas zauberhaftes. In der ferne hörte sie Wasser plätschern. Sie ging darauf zu. Sie stand vor einer klaren Quelle. Vorsichtig trank sie eine Hand voll. Als sie aufschaute, stand ein Mann vor ihr. Er war völlig lautlos gewesen und sie erschrak wieder. Er musterte sie schweigend. Er musste noch jung sein, denn er hatte ein faltenloses Gesicht. Seine langen glatten, blonden Haare reichten bis zu seiner Brust. Die Seiten waren nach hinten gebunden und als Zopf geflochten worden. Er hatte stechend blaue Augen, die Seamera zu durchbohren schienen. Er trug braungrüne Leinenkleidung und einen grauen Kapuzenmantel. Auf dem Rücken trug er einen Bogen und einen Köcher mit Pfeilen. An den Füßen hatte er weiche, braune Stoffstiefel, die ihm zu der lautlosen Bewegung verhalfen. Er schaute sie ernst an. Seamera war einen Augenblick sprachlos aufgrund seiner Schönheit, dann sagte sie leise: „Ich bin Seamera. Und wer seid ihr, wenn ich fragen darf?“ Er antwortete ihr nicht: „Seid ihr vom König begrüßt worden?“ „Ja, ich bin ein offizieller Gast hier in euren Wäldern. Darf ich nun euren Namen erfahren?“ „Mein Name lautet Legolas. Ich bin der Sohn des Königs, und ihr befindet euch im Düsterwald, aus dem ihr alleine nicht mehr rausfinden werdet.“ „Wieso?“ „Weil ihr euch verirrt habt.“ Erstaunt merkte Seamera, dass er recht hatte. Sie war verlegen, als sie seinen Blick auf sich spürte. „Dieses Wasser ist schön kalt.“, sagte sie. „Diese Quelle ist eine der klarsten hier im Düsterwald.“ Da bemerkte Seamera einen Käfer auf ihrem Arm. Sie sprang schreiend auf und schüttelte ihn ab. „Blödes Vieh!“, schrie sie. Plötzlich bemerkte sie Legolas’ eiskalten Blick. „Was ist denn los?“ „Ihr solltet euch merken, dass wir Elben jedes Lebewesen respektieren... und ein blödes Vieh ist dieser schöne Käfer schon gar nicht!“ Sie senkte den Kopf. Sie konnte seinem Blick einfach nicht standhalten. „Es tut mir leid, Legolas. Ich bin im Umgang mit den Elben noch nicht geübt. Bitte lass mir ein bisschen Zeit.“ „Ich bewundere eure Ehrlichkeit, möchte euch aber trotzdem um Höflichkeit ersuchen. Um mich zu duzen, kennt ihr mich nicht genug.“ „Ihr habt Recht, Entschuldigung.“ „Möchtet ihr den Wald kennenlernen?“ „Das würde mich sehr freuen.“ „Dann kommt mit.“
Legolas ging voraus. Seine Bewegungen waren katzenartig, elegant und lautlos. Seamera kam sich wie ein Trampel vor. Legolas sprach kaum. Er bewegte sich sicher und leicht, und doch hatte Seamera den Eindruck, dass seine gesamten Muskeln angespannt waren. Er schien wie eine Katze immer zum Sprung bereit. Sie versuchte Legolas zu folgen, doch er ging viel schneller als sie und hatte bald einen großen Vorsprung. Seamera keuchte und rief ihm zu, er möge doch bitte warten. Ihr Ruf schalte durch den Wald, und Legolas hielt inne. Er kam zu ihr zurück und zischte sie an, sie solle nicht so einen Krach machen. „Aber ihr redet gar nicht, Legolas.“ „Ich habe gelernt, zuzuhören. Bäume und Blätter und Steine und das raschelnde gras können so viel erzählen... ich müsst nur zuhören. Aber bei dem krach, den ihr bereits beim atmen macht, besteht keine Chance für euch, etwas anderes zu hören als euch selbst.“ Er sprach mit kühler, distanzierter Stimme, ohne Wut, aber auch ohne Freundlichkeit. Seamera war ziemlich eingeschüchtert. Sie achtete von nun an auf ihre Schritte und schwieg. Irgendwann ließ sie sich auf einen Stein sinken. „Ich kann nicht mehr.“, sagte sie keuchend. „Ich bin keine Elbin.“ Legolas stellte sich neben sie. „Ich weiß. Aber ich hatte mehr von euch erwartet.“ „Ihr Elben seid aber kein freundliches Volk!“ Legolas bedachte sie mit einem Blick, als sei sie selbst ein widerlicher Käfer. „Und wieso findet ihr das, wenn ich fragen darf?“ „Nun ja, ihr seid wenig rücksichtsvoll- ich kenne eure Kultur und eure Lebensweise nicht, und ich kann nichts dafür, dass ich mich nicht lautlos bewegen kann und reden möchte und nicht unbegrenzt rennen kann!“ „Wenn ihr wolltet, könntet ihr es lernen. Ich nehme an, ihr hörtet, dass Elben komische Leute sein sollen?“ „Ja.“ „Wir sind anders. Aber wenn ihr hier bleiben wollt, für einige Zeit, solltet ihr solche Dinge lernen.“ Seamera nickte. „Ihr habt ja Recht. Aber habt auch ein bisschen Geduld mit mir. Versprochen?“ „Ich verspreche nur sehr ungern etwas. Und ich verspreche nur Leuten etwas, denen ich vertraue. Wenn ihr mir eure Vertrauenswürdigkeit bewiesen habt, werde ich es euch versprechen.“ Seamera nickte. „Ich habe Hunger, Legolas.“ „Wir können einige Früchte suchen, wenn ihr möchtet.“ „Ja, das wäre toll.“ „Und danach gehen wir zurück ins Dorf und besorgen euch Elbenkleidung.“ „Einverstanden...lasst uns zuerst ins Dorf gehen. Ich habe das Gefühl, irgendwie fehl am Platz zu sein.“ Legolas nickte ihr schweigend zu und wandte sich in eine andere Richtung. „Woher wisst ihr eigentlich, wo es lang geht?“ „Die Bäume sagen es mir. Außerdem kenne ich diese Wälder seit meiner Geburt.“ „Wie alt seid ihr denn?“ „1956 Jahre.“ Seamera verschlug es die Sprache. „Wie groß sind die Wälder? Wo sind die Grenzen eures Reiches?“ „Die Wälder reichen Tausende Meilen weit. Ich war schon überall. Es sind im Elbenschritt...etwa sechs Jahre bis zur anderen Seite.“ „Soso.“, sagte Seamera beeindruckt. Den Rest des Weges legten sie schweigend zurück. Seamera versuchte, in den Bäumen eine Art Wegbeschreibung zu hören. Doch sie hörte nur Rauschen. Legolas schien das nicht so zu gehen. Einige Male hielt er inne, lauschte schweigend und schloss die Augen und setzte dann seinen Weg unbeirrt fort. Bald kam das Dorf in Sicht, und Legolas brachte sie schweigend, wie meistens, zu einem Haus. Es war aber kein normales Haus. Es war nicht aus Stein, sondern es bestand aus verflochtenem Holz und frischen Blättern. Legolas erklärte ihr, dass die Elben ziemliche Raumangst hätten und richtige Häuser oder geschlossene Räume als Gefängnis empfinden würden. Seamera konnte sich das vorstellen. Sie betrat das Haus. Darin standen mehrere Truhen. Legolas schritt an ihr vorbei und öffnete die erste Truhe. Hosen lagen darin. Ohne Seameras Größe zu kennen, schien er ein gutes Augenmaß zu haben und reichte ihr eine braungrüne enge Hose, wie er selbst eine trug. Dann öffnete er sie nächste Truhe mit Hemden. Für weibliche Elben schienen sie enger geschnitten zu sein. Sie bekam ebenfalls einen grauen Kapuzenmantel und ein paar weiche Elbenstiefel. Dann verließ Legolas das Haus, damit sie sich umziehen konnte. Sie zog ihr langes, dunkelblaues schillerndes Kleid aus und warf es auf die Seite. Dann legte sie die Elbenkleidung an. Es gab keinen Spiegel. Doch das Aussehen war Seamera ohnehin egal. Sie fühlte sich in dieser Kleidung sehr wohl, sie war überaus bequem. In den Stiefeln fiel ihr leises Gehen sehr viel leichter. Lautlos wie Legolas konnte sie es allerdings nicht. Sie trat aus der Tür heraus und fand sich auf einem runden Platz wieder. Es war niemand dort, Seamera hörte in der Nähe einige Kinder. Doch sie waren nicht laut, sondern sangen mit melodischen Stimmen ein Lied. Es war wunderschön anzuhören. Seamera wurde dorthin gezogen. Sechs Kinder saßen im Kreis auf dem Boden und streichelten mit ihren Händen einige Kastanien. Seamera konnte nicht die Worte verstehen, doch die Melodik der Stimmen würde niemals von einem Menschen erreicht werden. Sie stand ein wenig abseits und hörte zu. Da drehte sich ein Kind plötzlich zu ihr um. Es war ein Mädchen mit schwarzen haaren und rubinroten Augen. Es kam auf Seamera zu. „Mae govannen...ce Seamera?” Seamera nickte schweigend. „Nin eras Tarlancriel.“ Tarlancriel strich Seameras Haare zurück und strich über ihre Menschenohren. „Komm.“, sagte sie. „Sing mit uns.“ „Das kann ich nicht. Ich kenne den Text doch nicht.“ „Du musst den Text nicht können- es wird von ganz allein gehen.“ „Aber...“ „Vertrau mir, Seamera.“ Tarlancriel nahm ihre Hand und führte sie zu den anderen Kindern. Seamera hatte Angst gehabt, dass alle sie anstarren würden, aber die Elbenkinder beachteten sie nicht sonderlich. Sie war nun mal da, wie alle anderen. Seamera setzte sich. Dann begannen die Kinder wieder zu singen. Plötzlich hatte Seamera das Gefühl, dass sie von einer Wolke eingehüllt wurde. Und auf einmal schien sie eins zu werden mit der Musik und dem Gesang und es war selbstverständlich, dass sie einfach mitsang. Sie verstand nicht einmal, was sie da sang. Doch sie fühle sich wunderbar glücklich. Als das Lied zu Ende war, fiel sie aus ihrer Wolke. Die Kinder waren offensichtlich zum Essen gerufen worden. Nur Tarlancriel saß noch neben ihr. „Es ist so schön, Tarlancriel.“ „Wir haben so viele Lieder...Wir können Tag und Nacht singen.“ „Kennst du Legolas?“ „Jeder kennt ihn. Er ist der Sohn des Königs. Hast du ihn getroffen?“ „Ja, im Düsterwald.“ „Ja, er ist ständig draußen in den Wäldern. Er fühlt sich sehr schnell eingesperrt.“ „Magst du ihn?“ „Natürlich. Er hat früher oft mit mir Streifzüge durch die Wälder unternommen und hat mir viel gezeigt. Momentan bleibe ich lieber im Dorf.“ „Wieso?“ „Weil hier viele Altersgenossen von mir sind. Legolas ist ja älter.“ „Wie alt bist du denn?“ „6 Jahre.“ „Und wo ist Legolas?“ „Wenn Legolas gesucht wird, ist er immer in den Wäldern oder bei seinem Vater.“ „Wie komme ich zum König?“ „Ich bringe dich hin“, bot Tarlancriel an. Dankbar nahm Seamera das Angebot an. Tarlancriel schien nicht so verschlossen zu sein wie Legolas. Seamera war von ihm fasziniert. Seine stets kühle Zurückhaltung und sein Herz, das ganz und gar an der Natur hing, gefielen ihr. Man merkte nie, was er dachte, und er war stets hochkonzentriert. Man konnte sich mit ihm über die Heileigenschaften einer Pflanze unterhalten und er konnte völlig vertieft sein, und trotzdem hörte er das 20 Meter entfernte Rascheln einer Maus im Laub und reagierte darauf. Seamera beneidete ihn um diese Sinne. Wenn sie ihn darauf ansprach, musterte er sie stets schweigend. Sie hatte ihn noch nie lächeln gesehen.
Sie war jetzt zwei Tage bei den Elben und hatte das Gefühl, schon seit Jahrtausenden hier zu leben. Den ganzen tag lief sie mit Legolas zusammen durch die Wälder. Legolas hatte ihr erlaubt, ihn zu duzen. Und sie bekam allmählich ein Gespür für den Wald. Sie redete nur noch selten, ganz abgesehen davon, dass Legolas auch nicht redete und Seamera nicht wusste, mit wem sie sich sonst hätte unterhalten sollen. Sie bewegte sich zusehends leiser und eleganter.
Eines Mittags saßen sie an einem Fluss. Seamera beobachtete das Wasser, während Legolas über seinen Bogen strich. Seamera schaute ihn an. „Legolas?“ Er schaute zu ihr hin. „Bekomme ich bald auch einen Bogen?“ „Du kannst doch gar nicht damit umgehen.“ „Aber ich würde es gerne lernen!“ „Wirklich?“ „Oh ja. Kannst du es mir beibringen?“ „Ich kann es versuchen.“ „Können wir gleich anfangen?“ „Mit welchem Bogen?“ „Na, mit deinem!“ Legolas schaute sie erschrocken an. Einen Augenblick lang dachte Seamera, er würde sie anbrüllen. Doch selbstverständlich tat er das nicht. Ein Funkeln war in seinen Augen. „In Ordnung.“, sagte er, „Du bekommst meinen Bogen. Aber pass auf ihn auf. Ansonsten wirst du bei mir in Ungnade fallen.“ Seamera schüttelte sich. Sie wollte wirklich nicht, dass Legolas auf sie böse war. „Ich werde aufpassen.“, versprach sie. „Kannst du es mir jetzt zeigen?“Legolas stand auf und trat neben sie. „Schau mir zu.“, sagte er, und nahm den Bogen in die hand. Dann spannte er ihn sehr langsam und schoss dann auf einen Baum. Er traf genau in die Mitte. „Hast du es gesehen?“ „Ja.“ Sie nahm den Bogen genau so in die Hand wie Legolas. Doch er korrigierte sie ein wenig, bevor sie schoss. Sie schoss vorbei. Doch Legolas war geduldig. Sie verbrachten den ganzen Tag dort. Legolas ließ nicht locker und gönnte ihr keine Pause. Nach 4 (!) Stunden traf sie schließlich den Baum. Sie sprang um Legolas herum und freute sich wahnsinnig. Legolas nickte bloß. „Dann kannst du es also.“ Sie wollte ihm um den Hals fallen, doch Legolas wich zurück. Also berührte sie nur kurz seine Hand. „Vielen dank, Legolas.“ „Lass uns nach Hause gehen. Du brauchst einen eigenen Bogen.“ „Das wäre toll!“
Der König schaute sehr erstaunt, als Seamera um einen eigenen Bogen bat. „So? Wer hat es euch denn beigebracht?“ „Euer Sohn, Hoheit.“ „Ah, Legolas. Ich hörte, ihr habt in den letzten Tagen viel Zeit miteinander verbracht.“ „Ja, er hat mir euer schönes Land gezeigt. Und mir das Bogenschießen beigebracht.“ „Mit welchem Bogen habt ihr denn geübt?“ „Legolas hat mir seinen Bogen geliehen.“ „Seinen Bogen??“ Er bekam große Augen. „Nun, Seamera , ich kann euch sagen, ihr könnt euch glücklich schätzen. Legolas liebt seinen Bogen und hat ihn noch nie aus der Hand gegeben. Er muss euch vertrauen.“ „Das schmeichelt mir sehr.“ „Natürlich bekommt ihr einen eigenen Bogen. Wartet.“ Er verließ die Halle und kehrte kurze zeit später mit einem Bogen zurück. „Das ist der richtige Bogen für euch:“, sagte er und überreichte ihn ihr. „Vielen Dank, Majestät.“ Der Elbenkönig nickte ihr zu. Seamera verließ die Halle. „Glaubst du, da ist etwas im Busch?“, sagte der König zu seiner Frau. „Du meinst, Legolas und Seamera könnten sich verlieben?“ „Ich bin nicht sicher. Aber ein solches Vertrauen hatLegolas noch niemandem entgegengebracht, das weißt du.“ „Ja, das ist in der Tat sehr merkwürdig. Wir sollten mit ihm reden.“ „Am besten sofort. Ruft Legolas zu mir!“, sagte er zu seinem Boten. Der rannte sofort los. Nur wenige Minuten später betrat Legolas die Halle. Er verneigte sich. „Ihr wolltet mich sprechen, Vater?“ „Das wollte ich in der Tat, Legolas. Erzähle mir etwas über Seamera und dich.“ „Ich weiß nicht, was ihr meint.“ „Bist du verliebt in Seamera, Legolas?“ Legolas schaute erstaunt. „Ich war noch niemals verliebt, Vater.“ Warum verbringst du so viel Zeit mit ihr?“ „Ich weiß auch nicht. Sie ist nett. Und ich habe das Gefühl, dass sie etwas elbisches besitzt.“ „Legolas. Sie ist aber keine Elbin. Meinetwegen verbringe Zeit mit ihr. Aber tue nichts, was du vielleicht bereuen würdest.“ „Keine Angst Vater. So etwas habe ich nicht vor.“ „Hoffentlich, Legolas. Es ist deine Sache. Doch ich weiß, du bist vernünftig und besonnen.“ Legolas verbeugte sich. „Ja, Vater.“ Dann drehte er sich um und schritt nachdenklich in Richtung Marktplatz. Dort erblickte er Seamera, die sich gerade mit Tarlancriel unterhielt. Er trat neben sie. „Seamera ? Kommst du mit in den Wald?“ „Ja, natürlich. Kann Tarlancriel nicht mitkommen?“ „Ach lass, Seamera.“, sagte diese, „Ich bleibe lieber hier im Dorf.“ Tarlancriel hatte ein Blitzen in Legolas Augen gesehen und sie dachte sich, das Legolas lieber allein wäre mit Seamera. Sie nickte Legolas zu und der dankte ihr mit einem kurzen Kopfnicken. Dann lief er wieder in Richtung Wald. Seamera rannte hinter ihm her. „Legolas, was wollte dein Vater von dir?“ „Nichts von Wichtigkeit.“, sagte er schneidend. Seamera folgte ihm schweigend. „Wo gehen wir hin?“, fragte sie ihn nach einiger Zeit. „Ich möchte dir meinen Lieblingsplatz zeigen.“ Sie hielt ihm am Arm zurück. „Ich habe eine Frage.“ „Ich höre“ „Ihr Elben seid doch unsterblich, oder?“ „Ja.“ „Könnt ihr denn durch Waffen getötet werden?“ „Ja, und durch ein gebrochenes Herz.“ „Wirklich?“ „Oh ja.“ „Warst du schon einmal verliebt, Legolas?“ „Nein.“ „In 1925 Jahren niemals?“ „Nein.“ „Wolltest du denn nie heiraten?“ „Wir Elben heiraten nicht. Wir gehen einen ewigen Seelenbund ein.“ „Das ist aber interessant.“ Legolas nickte schweigend und ging weiter. Eine Weile wanderten sie lautlos weiter, dann blieb Legolas plötzlich stehen. „Was ist los?“, fragte Seamera. „Die Bäume erzählen etwas...es sind Eindringlinge im Wald! Und sie haben...Waffen!
29.11.2014 19:51 lilithjoy ist offline E-Mail an lilithjoy senden Beiträge von lilithjoy suchen Nehmen Sie lilithjoy in Ihre Freundesliste auf
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Schreibt bitte wie es euch bis jetzt gefällt.
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18.12.2014 18:49 lilithjoy ist offline E-Mail an lilithjoy senden Beiträge von lilithjoy suchen Nehmen Sie lilithjoy in Ihre Freundesliste auf
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Ich finde es nicht schlecht, aber ab und an sollte ein Satz länger sein. Zuviele kurze Sätze wirken so abrupt und abgehackt, insgesamt aber gut und interessant.

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Gultor: 31.12.2014 17:38.

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Ich klicke ganz ohne nachzudenken auf die neuen Beiträge und gucke die durch & aufeinmal so eine RIEEESEN TEXTWAND :-D

Aber hast dir wirklich mühe gegeben! Gute Arbeit !

-MfG Toldron

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Toldron 100er Jäger @Gwaihir
02.01.2015 12:05 Toldron ist offline E-Mail an Toldron senden Beiträge von Toldron suchen Nehmen Sie Toldron in Ihre Freundesliste auf
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Vielen Dank. Daumen
17.01.2015 17:20 lilithjoy ist offline E-Mail an lilithjoy senden Beiträge von lilithjoy suchen Nehmen Sie lilithjoy in Ihre Freundesliste auf
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